Am vergangenen Sonntag endete die “Leipziger Buchmesse“.
Vorgestellt wurde unter anderem der Sony Ebook-Reader, der zu Messebeginn seinen Verkaufsstart in Deutschland hatte. Eine der Schwierigkeiten bestand allerdings schon darin, ihn überhaupt auf der Messe ausfindig zu machen. Doch dazu und zu den ersten Eindrücken vom Gerät später mehr.
Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass es dieses Jahr bedeutend mehr Besucher waren, als in den vergangenen Jahren. Insbesondere in der Glashalle, wo traditionsgemäß die Studios der öffentlich-rechtlichen Medien sitzen, kam es mir im Vergleich zu den Vorjahren doch bedeutend voller vor.
Der meiste Trubel herrschte aber, wie in der Vergangenheit auch schon, bei den Mangas und den Comiks.
Von bunt bis skuril reichte die Palette der Kostümierungen. Und so mancher Engel verlor in dem Gefühl der Stände gar seine Flügel. Aber trotz diverser Schäden an manch aufwendiger Verkleidung, herrschte hier ausgelassene Stimmung. Allerdings waren manch einem von ihnen am Nachmittag dann doch die Strapazen durch die zusätzliche “Ausrüstung” wie Holzschwerter, Masken oder High-Heels anzusehen.
Aber auch für das nicht mehr dem Teenie-Alter zugehörendem Publikum gab es neben den klassischen Büchern, das eine oder andere zu entdecken. So sorgte unter anderem manch Kultcomik aus Kindertagen für leuchtende Augen.
Und manchmal waren es auch die Namen der Stände, wie zum Beispiel “Die Buchbar - nur für anonyme Bookoholiker“, die alleine schon für Überraschungen sorgten.
Ein Aussteller schmückte seine Regale mit dem Schild “Bitte nicht mitnehmen”. Lag es nun an der Präsentation der eigenen Bücher oder warum dachten hier augenscheinlich viele Besucher, dass es die Werke umsonst gäbe?! Bekanntlich gibt es ja viele Geschmäcker und jenen Spruch über Geschmack und Streiten … Aber mein Fall waren all die so geschützten Bücher nicht und hätte sie mir jemand schenken wollen, wäre meine Freude eher bescheiden ausgefallen.
Viel witziger fand ich da dann doch schon die Kombination aus der “Jungen Welt” und “Bertelsmann”. Auch wenn diese Partnerschaft wohl eher unfreiwilliger Natur war, fragte ich mich schon, ob die Besitzerin der Bertelsmann-Tüte sich ihrer einmaligen “Installation” bewusst war. Aber wohl eher nicht …
Eine der größten Enttäuschungen der diesjährigen Buchmesse war mit Sicherheit die Hörbuchhandlung. Es gab in ihr sage und schreibe keine einzige Hörstation, an der man selbstständig und ohne Mithilfe von Verkaufspersonal in das eine oder andere Hörbuch hätte reinhören können. Klares Fazit: So kann man Umsatz auch gezielt verhindern. Ob dieser Tatsache dauerte unser Besuch in der Hörbuchhandlung dann auch nur knapp eine Minute. Schade eigentlich.
Zum Thema Hörbuch bleibt noch anzumerken: Von Harry Potter gibt es mittlerweile neben der Fassung mit Rufus Beck auch eine neue Fassung mit einem anderen Vorleser. Beide wurden vom Verlag direkt nebeneinander beworben. Aber: Die Hörproben bestanden aus unterschiedlichen Passagen. Versehen oder Absicht?! Jedenfalls in meinen Augen dumm gelaufen für den Verlag: Vielleicht würde manch Harry-Potter-Fan wohl auch noch die neue Fassung nachkaufen. Wenn er sie denn mit der von Rufus Beck gelesenen hätte vergleichen können. Konnte er aber nicht. Und somit bekommt die neue Lesung leider keine Chance.
Und weil wir gerade bei den Dummheiten der Anbieter sind, kommen wir gleich zu einem der vermeintlichen Höhepunkte der Leipziger Buchmesse 2009: Der Vorstellung des Ebook-Reader von Sony.
Gelegentliche Aufsteller, so unter anderem vor der Messebuchhandlung, machten Werbung für die vermeintliche Revolution auf dem deutschen Markt für Ebook-Reader. Allein was ihnen fehlte, war der Verweis, wo man Sonys Reader auf der Buchmesse finden kann. Nachfragen an den Messe-Informationsständen führten erst dann zu brauchbaren Spuren, wenn man Libri erwähnte. Und in der Tat - am Stand von Libri wurde man fündig.
Ein Messestand kleiner als manch Manga- oder Comik-Stand. Und: Es gibt mehr Ebook-Reader als Standpersonal. Auf Grund dieses Engpasses müssen die überzähligen Reader in der Hand der Standbetreuer bleiben und weniger Geräte als möglich stehen dem interessierten Publikum zur Verfügung.
Der Schock sitzt tief: So stellt sich also der einstmals so innovative Sony-Konzern die Markteinführung eines Produktes auf einer dazugehörigen (Fach-)Messe vor? Das ist der Weg, wie man sich seinen potentiellen Käufern nähert? Öde, fad und lieblos.
Oder ist es doch etwa das schlechte Gewissen? Immerhin handelt es sich bei dem jetzt in Deutschland vorgestellten und eingeführten PRS-505 um ein Auslaufmodell: Diesen Reader gibt es in den USA seit mehr als anderthalb Jahren. Und genau dort wird er jetzt abverkauft um dem Nachfolgemodell PRS-700 Platz zu machen. Doch Angesichts dieses Auftrittes lässt man der Höflichkeit den Vortritt und verschont die Standbetreuer mit solchen unangenehmen Fragen.
Eine der mich am meisten interessierenden Fragen war, ob Sonys PRS-505 Mehrbenutzer-Funktionen, zum Beispiel bei der Lesezeichenverwaltung, beherrscht. Immerhin ist der Preis bei der Einführung mit 299€ eben nicht gerade gering. Also stellt sich schon die Frage, wie es mit dem Gerät im “Familien-Lese-Leben” so steht. Um es abzukürzen: Es gibt keine Mehrbenutzerfunktionen beim PRS-505. Genau so wenig wie es zum Beispiel Möglichkeiten für das Markieren von Text gibt.
Was der ganze Trubel verschweigt, ist der Kaufvorgang von EBooks. Warum sich etwa am einfachen Kaufen bei iTunes ein Beispiel nehmen? Sony macht da mal wieder ganz was “Feines” draus. So in etwa beschreibt heise mobil das Einkaufen von EBooks für den Sony-Reader:
… Zum Autorisieren der Bücher auf PC und Sony Reader ist die Installation der beigelegten eBook Library (Windows) und der kostenlosen Adobe Digital Editions (Windows, Mac) auf dem Rechner sowie eine Registrierung bei Adobe erforderlich. Beim Kauf eines E-Books lädt der Nutzer vom PC aus eine wenige Kilobyte große Datei herunter, die den Download des Buchs über Adobe Digital Editions initiiert. Danach kann er das Buch auf den Reader laden …
Thalia beschreibt in seinen FAQ dazu:
… Nachdem Sie ein E-Book auf Thalia.de erfolgreich erworben haben werden Sie auf die Auftragsbestätigungsseite weitergeleitet. Dort können Sie mit dem Klicken auf den „Download“ Button Ihr E-Book herunter laden. Automatisch öffnet sich ein Download-Fenster mit der Frage, ob Sie das E-Book öffnen oder sichern möchten. Wählen Sie die Option „Öffnen“. Der E-Book Download wird nun beginnen und automatisch auf Ihrem Computer gespeichert. Sollten Sie die Option “Sichern” gewählt haben, öffnen sie das E-Book indem Sie auf den Button „ebx” klicken.
Ihr E-Book wird automatisch in Ihrem von Adobe Digital Editions neu erstellten „My Digital Editions“ Ordner, unter „Meine Dokumente“ gespeichert. Erworbene E-Books können auch bis zu 14 Tage nach Kauf noch im Abschnitt “Mein Konto” auf Thalia.de eingesehen werden …
Und wie sieht es eigentlich mit den Betriebssystemen der benötigten Computer aus? Dazu findet sich bei Thalia:
Um bei Thalia.de E-Books herunter zu laden und diese im EPUB Format auf den Sony Reader PRS-505 zu transferieren, ist die Software Adobe Digital Editions notwendig.
Adobe Digital Editions sowie der Sony Reader sind kompatibel mit diesen Windows Betriebssystemen:* Microsoft® Windows Vista® Business
* Microsoft® Windows Vista® Home Basic
* Microsoft® Windows Vista® Home Premium
* Microsoft® Windows Vista® Ultimate
* Microsoft® Windows® XP
* Microsoft® Windows® XP MCEAdobe Digital Editions ist zudem mit Mac OS X v. 10.4.10 oder 10.5 kompatibel. Daher ist das Herunterladen von EPUB E-Books von Thalia.de auf Ihren Mac problemlos möglich. Möchten Sie jedoch diese E-Books auf Ihren Sony Reader übertragen, benötigen Sie derzeit ein Windows Betriebssystem.
Leider ist die Software von Adobe derzeit nicht kompatibel mit Linux.
Bei libri gibt dazu folgende Aussage:
SYSTEMVORAUSSETZUNGEN
* Windows XP und Windows Vista
…
SOFTWARE
* Im Lieferumfang vorhanden: eBook Library Software (Systemvoraussetzungen: Windows XP und Windows Vista mit mindestens einem 800MHz Intel Celeron Prozessor und CD-ROM Laufwerk)
* Zum kostenfreien Download: Adobe Digital Edition (Systemvoraussetzungen: Windows 2000 with Service Pack 4, Windows XP mit Service Pack 2, Windows Vista®)
…
ZUBEHÖR
* Software CD-ROM für eBook Library Software (nicht für Macintosh Betriebssysteme verfügbar)
…
Das Sony Linux komplett außen vor lässt, wundert nicht wirklich. Aber Mac-User so auszublenden, ist doch schon ganz schön krass. Das es trotzdem über kryptische Umwege mit dem Mac geht, beweist dagegen dieser Artikel. Einzig Windows-Nutzern lässt Sony wirklich halbwegs Komfort angedeihen, so man den Mut hatte eine CD von Sony wirklich in seinen PC zu schieben. Manch Vertrauensverlust sitzt eben doch tiefer als man denkt.
Ob man mit diesem Gerät und diesem Vorgehen, mehr erfährt über den “typischen E-Book-Nutzer”, von dem man noch relativ wenig weiß, wage ich zu bezweifeln. Aber trotzdem: Wer ihn haben will sollte vorher einen Blick auf Thalias doch sehr umfangreiche Seiten zum PRS-505 werfen, da sie bedeutend mehr Informationen bieten als die von Libri. Ich hingegen werde erstmal weiter die klassische Form des Buches und Einkaufes bevorzugen:
Und wie sah es in Leipzig mit Computer-Büchern auf der Messe aus? Traditionell eher schwach. Gefunden habe ich nur Franzis und MITP. Aber für beide hat es sich in Bezug auf meine Person gelohnt: Zwei neue MITP-Bücher stehen nun in meinem Regal. Franzis hat mich auf eine Geschenkidee für so manch gestressten Konsultant-Freund gebracht, die alleine schon durch den Titel den einen oder anderen Lacher erzeugen dürfte:








am 29.03.2009 um 22:29 Uhr:
Outlook für Genervte wäre auch was für mich, wie viele tolle Zeiten ich mit diesem speziellen Programm schon verbringen durfte…
am 30.08.2009 um 08:54 Uhr:
Läuft man mit dem E-Book Reader nicht in die Gefahr wie in der Musik Branche mit den mp3? Platzsparender wäre der Reader schon, aber dafür 300€ ausgeben??
am 10.12.2009 um 16:34 Uhr:
Die Preise werden ja sicherlich noch erehblich fallen…
am 11.12.2009 um 14:38 Uhr:
Bin auch der Meinung, dass die E-Book-Preise wohl noch fallen werden. Bisher sind sie nun mal noch was Neues, da darf es also noch teurer und exklusiver sein.
Doch werden dann überhaupt noch Bücher gekauft oder greifen User dann eher zum schnellen - teils illegalen - Download voon Büchern? Wird da der Markt ,genauso wie bei der Musik, in die illegale Download-Schiene laufen?
Bisher brauche ich noch das Buch.. Mit Seiten, die ich persönlich mit meinen Fingern “umblättern” kann und nicht herunter”scrolle”. Ähnlich wie bei der Musik. Eine Original-CD in der Hand zu halten ist einfach angenehmer, als die Titel in einer Liste auf dem PC zu sehen.
am 10.01.2010 um 18:52 Uhr:
So lange die E-Book formate für die heute verwendeten E-Book-Reader proprietär bleiben, müssen die Verlage nicht die gleiche Entwicklung wie in der Musik- und Kinoindustrie fürchten.
Die Frage ist vielmehr, wie kann man ein Standardformat schaffen, das für die Nutzer komfortabel (nicht an ein Gerät gebunden) und gleichzeitig Sicherheit für die Verlage beinhaltet.
am 29.03.2010 um 09:51 Uhr:
Louis Vuitton
pandora
tiffany and co
am 29.03.2010 um 11:25 Uhr:
pandora charm bracelet
pandora
am 12.04.2010 um 23:15 Uhr:
Propriäteres Format hin oder her. Lesegeräte wie das iPad, das auch die allgemein akzeptierten PDF Dateien anzeigen können, zeigen doch, dass der Formatkrieg überflüssig ist.
am 14.04.2010 um 22:41 Uhr:
Das Problem mit PDF-Dateien ist der fehlende Kopierschutz. Deshalb kann ich die Politik der Verlage, auf proprietäre Formate zu setzen, auch verstehen.
am 11.05.2010 um 09:20 Uhr:
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jap der reader ist wirklich super, fande ihn dort sehr hilfreich
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