Wie gut ist WordPress 2.5 wirklich?

23.04.2008 17:26 Uhr | Kommentare: 3 | Kommentar hinterlassen
Einsortiert in Software

Wordpress LogoDas ist eine Frage, die ich mir seit dem Erscheinen der Version 2.5 von WordPress immer häufiger stelle.

Gut, die neuen Farbgebungen müssen einem nicht gefallen. Aber sie gehören auch eher zu den kleineren Übeln. Schlimmer sind da schon die Dinge, die die Benutzbarkeit richtig stark einschränken.

Nehmen wir nur die Beschränkung der CSS-Classen .wrap, .updated und .error auf eine maximale Breite von 980 Pixel mittels

max-width: 980px;

in /wp-admin/css/global.css. Das schränkt den für das Schreiben und Verwalten verfügbaren Platz über Gebühr und völlig sinnlos ein. Man ist überrascht, wie viel Platz man gewinnt, wenn man den Wert auskommentiert oder per JavaScript deaktiviert.

Das viel genutzte Felder beim Schreiben einer Seite oder eines Artikels, wie zum Beispiel die Kategorie, dem völlig sinnlosen “Relatet”, wie etwa “Manage all Posts”, weichen mußten ist völlig unverständlich. Vorbei die Zeiten des schnellen Schreibens und Einsortieren. Erst runter Scrollen, Kategorie wählen, dann wieder hoch Scrollen um das Geschriebene zu Veröffentlichen.

Apropos Einsortieren: Was nutzt eine schöne neue Tagverwaltung, die man aber relativ selten braucht?! Viel wichtiger wäre es, die bereits im Blog bekannten Tags unter dem Texteingabefeld anzuzeigen und so ein leichtes Taggen zu ermöglichen. Das war eine der Grundfunktionalitäten, die jedes Tagging-Plugin beherrscht(e). Kaum zu glauben, dass man unter WordPress 2.5 für eine so wichtige aber simple Funktion immer noch ein separates Plugin benötigt.

Bis jetzt führte jede neue WordPress-Version zu gehäuften Anfragen zu meinem Role Manager Plugin. Aber die neue Version toppt sie alle. Das ist dank des völlig überarbeiteten Admin-Bereiches an sich noch nichts Besonderes. Wenn man sich aber ansieht, welche zum Teil bedenklichen Bugs dadurch in WordPress zu Tage gefördert werden, fragt man sich schon, wie die Änderungen zustande gekommen sind. Über die Tests denkt man besser nicht nach, da man sonst das Gefühl hat, als Nutzer von WordPress 2.5 mehr Beta-Tester für Folgeversionen zu sein.

Aber kommen wir noch mal zur Benutzerfreundlichkeit der neuen WordPress-Version zurück. Mittlerweile sehen sich selbst gestandene Mitentwickler wie Mark Jaquith genötigt, in separaten Blogbeiträgen simple Arbeitsschritte wie etwa das Editieren von Kommentaren zu erklären. Um gleich nebenbei einzugestehen, dass ihnen einige Änderungen auch nicht ganz plausibel sind.

I’ve started an Idea in the WordPress Idea forum that suggests we revert to having an “Edit” action link for comments. Go add your two cents there (and then come back here for more discussion).

Ob solchen Treibens entsteht dann nicht ganz zu Unrecht relativ viel Frust bei so manchem Anwender. Ganz spontan fällt mir dazu der folgende Satz von Matt ein:

It’s easy to always promote the newest thing, but why, and is it for us or our users?

Und vielleicht sollte er sich die Frage, die er damals an die PHP-Entwickler gerichtet hat, auch mal selber stellen. Eben nur in Bezug auf WordPress 2.5 und die Vorgängerversionen:

Now the PHP core team seems to have decided that the boost their failing product needs is to kill off their successful one instead of asking the hard questions: What was it that made PHP 4 so successful? What are we doing to emphasize those strengths? Why wasn’t PHP 5 compelling to that same audience?

Und falls jemand immer noch nicht weiss, wie bestimmte Dinge in WordPress 2.5 funktionieren oder erfahren will, ob sie vielleicht wegrationalisiert wurden wie einstmals der Preview Link, dem bleibt ja immer noch ein Blick auf die so ganz nebenbei entstandene FAQ zur Version 2.5, die eigentlich eher auf die Doku-Seite gehört.

Mögen noch so viele Leute die 2.5er Version als “Top-Choice for Blogging” bezeichnen oder vor neuen Releases ihr “Can’t wait” per Kommentar in die Welt stöhnen, für mich ist die aktuelle Version von WordPress die wirklich erste Version, die nicht zu gebrauchen ist.

Aber was soll es?! In spätestens drei Monaten werden wir 2.6 erleben und vielleicht denken: Ach so schlimm war 2.5 dann eigentlich auch wieder nicht …

3 Kommentare zu “Wie gut ist WordPress 2.5 wirklich?”

  • #1

    […] Das heutige wahre Wort zu WordPress 2.5: »Über die Tests denkt man besser nicht nach, da man sonst das Gefühl hat, als Nutzer von WordPress 2.5 mehr Beta-Tester für Folgeversionen zu sein« – das Gefühl trügt übrigens. Denn bei den Entwicklern um Matt Mullenweg […]

  • #2

    ich weiss schon, warum ich wordpress2.5 noch nicht nutze. also mal noch ein paar Monate warten und dann wirklich austesten

  • #3

    nachdem ich jetzt gelesen hab, was für Probleme 2.5 noch bietet und ich eigentlich jetzt gerade 2.5 installiert hab, lösch ichs gerade wieder
    Die Adminseite gefällt mir sowieso nicht und war eigentlich mit der alten Version sehr zufrieden :(

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