Gestern war ich mal wieder im Baumarkt. Gott sei Dank war kein Wochenende und somit waren auch nicht all zu viele Baumarkt-Touristen - die immer Samstags nur zum Glotzen da sind - unterwegs.
Berater, also die eigentlichen Verkäufer, gibt es bekanntlich an solchen Orten nicht. Eben noch da und im nächsten Moment schon verschwunden. Oder im Kundengespräch … Und wenn man es doch mal schafft einen freien Zeitschlitz bei einem von ihnen zu ergattern, dann kommen garantiert Sprüche wie: “Nur so wie es im Regal liegt …” oder “Müssen wir bestellen”. Manchmal dann noch der informative Zusatz: “kann aber dauern …”. Schön!
So was erinnert mich dann immer daran, daß ich mir fast alle Sachen auch selbst bestellen kann. Inklusive Lieferung und ohne lange Schlangen an den Kassen. Auf die hat nämlich wiederum nur die Post das Monopol - da fast immer in den Lieferprozeß eingebunden …
Aber einen Vorteil hat so ein Baumarkt schon: Die Produktnamen sind klar und eindeutig. Auf Anhieb weiß der Kunde nicht nur wofür das Produkt da ist, sondern auch was es tut. “Fugen Grau” - macht die Fuge grau, “Glatte Sache” - macht die Sache glatt und “Drauf und Sitzt” scheint ein Fliesenkleber zu sein. Das freut den Kunden und heizt den Umsatz an. Fehlgriffe bei solchen Produktbezeichnungen ausgeschlossen. Oder der Kunde ist wirklich zu bl….
Warum haben eigentlich nicht andere Zweige auch so coole und mitreißende Namen für ihre Produkte?
“Setzen und Losfahren” wäre doch ein super Name für ein Auto. Oder: “Schmerz weg” - der Name schlechthin für eine Kopfschmerztablette. Oder wie wäre es mit “Schluck und Gut”?!
Ganz zu schweigen von der Internet- und PC-Branche: Weg mit ActiveX, USB und DSL. Statt dessen “BildToll Spezial”, “Steck ran + freu Dich wenn es geht” und “Fix Geladen”. Bei so klaren Produktnamen könnte man sogar im Dschungel des Megapixelwahns der Digitalkameras für mehr Durchblick bei den Kunden sorgen: “Schnappschuß + mehr nicht” wäre genau so treffend wie “Auslösen, Stillhalten, Warten - nur 10 Sekunden zum fast scharfen Bild”.
Nein - die Handysparte und die diversen (Fest-)Netzbetreiber lassen wir jetzt mal aus. Sonst käme nacher noch so was raus, wie “Versprechen mit Versprechen”. Und das würde doch den Glanz und Glamour einer der innovativsten Branchen, wie sich gerne selbst bezeichnet, doch beschädigen
Habe ich den falschen Job?! Sollte ich mich vielleicht doch mal als Produkt-Werbe-IrgendWas-SchöneWorte-Berater versuchen? Wohl besser nicht …

am 25.04.2007 um 14:59 Uhr:
Warum nicht ? Ein Versuch wäre es schon mal wert.
Massimo
am 25.04.2007 um 22:32 Uhr:
Na da bliebe ja nur noch, die Leute zu suchen, die bereit sind, sich auf ein solches Experiment einzulassen. Aber das erscheint mir dann doch aussichtslos