Email fürs Handy: GoogleMail Mobile

24.03.2007 11:33 Uhr | Kommentare: 0 | Kommentar hinterlassen
Einsortiert in Internet, Software
Google-Mobile-Google Mail

Als ich vor einiger Zeit darüber berichtet habe, daß man für Googlemail keine Einladung mehr benötigt, versprach ich auch etwas über den Javaclient für Googlemail zu schreiben. Dieses Verspechen will ich nun einlösen.

Noch kurz vorweg: Die hier gezeigten Screenshots entstanden mit den vor einigen Tagen vorgestellten Programmen auf einem Nokia E70 und einem Nokia E61.

Was auffällt, ist die Tatsache das Google hier nicht so auf die Bezeichnung des eigenen Emaildienstes achtet, wie andernorts. An keiner Stelle habe ich auf dem Handy das Wort “Googlemail” gesehen. Es wird ausschließlich “Gmail” benutzt.

Google Mail auf dem Handy - die zwei grundsätzlichen Methoden

Google Mail LogoMan kann direkt vom Handy aus über zwei unterschiedliche Methoden auf seinen Mailaccount bei Googlemail zugreifen: per Webbrowser oder mit dem von Google extra für diesen Zweck entwickeltem Mailprogramm.

Hauptsächlich ging es mir in diesem Test um den separaten Mailclient von Google. Doch bevor ich damit beginne, noch eine Anmerkung zur Benutzung von

Googlemail im Webbrowser des Handys:

Es wird keine separate Software benötigt, sondern man benutzt den im Handy integrierten Webbrowser. In ihm ruft man die URL von Googlemail auf. Google selbst nennt insgesamt die folgenden drei URLs:

Wer Opera auf seinem Handy benutzt, wird nur mit der ersten URL glücklich, da die anderen direkt auf die normale Googlemail-Seite umgeleitet werden. Benutzt man hingegen zum Beispiel den Originalweb-Browser eines S60 3rd. Edition Handys, landet man bei allen drei URLs auf der für Handys optimierten Anmeldeseite von Googlemail.

Mehr Informationen rund um diese Nutzung von Googlemail findet man in der Hilfe zum Thema “Browser für Google Mail für Handy“.

Googles eigenes Programm zum Zugriff auf Googlemail vom Handy aus

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Benutzung des Programmes ist Java auf dem verwendeten Handy. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und zur grundsätzlichen Bedienung findet man auf der separaten Hilfeseite zum Mailclient.

Zum Download des Mailprogrammes muß man die URL googlemail.com/app im Webbrowser des Handys aufrufen. Die herunterzuladende Datei ist etwas kleiner als 140 kByte. Nach dem Abspeichern öffnet man die Datei über den Dateimanager des Handys, womit gleichzeitig die Installation gestartet wird. Ist dieser Schritt erledigt, kann man das Programm starten.

Login Googlemail fürs HandyBei jedem Programmstart muß man im ersten Schritt den für die jeweilige Sitzung zu benutzenden Internet-Zugangspunkt auswählen. Nach einem erfolgreichem Connect, erscheint der Anmeldedialog.

Die beim ersten Anmelden eingegebene Kombination aus Nutzername und Paßwort wird automatisch abgespeichert. Dadurch muß man diese Daten ab dem zweiten Programmstart nicht neu eingeben.

Konfigurationseinstellungen von Googlemail fürs HandyDie Tatsache der Speicherung der Anmeldedaten ohne Nachfrage ist etwas verwirrend, läßt sich aber in den Konfigurationseinstellungen ändern.

Viel mehr als die hier zu sehenden Konfigurationsmöglichkeiten kann man nicht vornehmen: Es gibt nur noch eine einzige, weitere Konfigurationsmöglichkeit, die zum Anpassen eines bestimmten Untermenüs genutzt werden kann.

AktualisierungNach dem Anmelden werden die Mails mit dem Googlemail-Account synchronisiert. Dieser Vorgang geht in der Regel sehr schnell und ist bedeutend flotter als in der Browserversion.

Grundsätzlich hat man alle Möglichkeiten, die man auch vom Computerzugang her kennt. Dazu gehören Archivieren, Markieren, Löschen, Weiterleiten und Antworten genau so wie Suchen. Sogar das “Melden als Spam” ist möglich. Auch eine Detailansicht des Nachrichtenkopfes ist vorhanden. Allerdings beinhaltet sie nur die Felder “Von:”, “An:”, “Datum:” und “Betreff”.

Konversation in Googlemail fürs HandyGooglemail bezeichnet in der deutschen Fassung einen Mailaustausch als Konversation. Standardmäßig wird eine solche Konversation im Browser in runden Tabs, die untereinander angeordnet sind, angezeigt. Diese Ansicht hat man auch auf dem Handy. Allerdings läßt sie sich im Gegensatz zur Ansicht am Computer nicht abschalten oder ändern. Diese Form stellt sich aber auf dem Handydisplay als sehr benutzerfreundlich heraus. Sie ist übersichtlich und läßt sich schnell bedienen, so daß ich mich schnell an sie gewöhnt habe.

Das Schreiben einer Email

Neue Email in Googlemail fürs HandyDa sowohl das E70 als auch das E61 über eine komplette Tastatur verfügt, ist zumindest mit diesen Modellen das Verfassen einer Email ein Leichtes.

Ein bischen Konfusion kommt auf, da sowohl für das Schreiben des Betreffs als auch des Nachrichtentextes selbst eine komplett andere Ansicht geladen wird.

Die Kontaktliste mit den Emailadressen möglicher Empfänger wird automatisch mit dem Googlemail-Account synchronisiert. Die Auswahl erfolgt über eine Listenansicht, in der die vorhandenen Empfänger schnell und einfach markiert werden.

Ist der Empfänger nicht in der Kontaktliste, wird dieser in einem separaten Fenster - ähnlich denen von “Betreff” und “Nachrichtentext” - eingegeben. Die neu eingegebene Emailadresse wird automatisch in die Kontaktliste des Googlemail-Accounts aufgenommen.

Auf Emailadressen, die im Telefonbuch des Handys mit abgespeichert sind, kann man systembedingt nicht zugreifen.

Da es sich um ein Javaprogramm handelt, ist es ebenfalls nicht möglich auf das Dateisystem zuzugreifen. Eine logische Konsequenz daraus ist, daß es nicht möglich ist, Emails mit Anhängen zu verfassen. Will man also zum Beispiel ein Bild an eine Email anhängen, bleibt einem nichts anderes übrig, als die Browserversion von Googlemail auf dem Handy zu benutzen.

Kleine Fehlerchen

Nokias E70 ist ein Klapphandy, bei dem beim Aufklappen der Displayinhalt um 90° gedreht wird. Damit werden aus den 352 x 416 Pixeln dann 416 x 352 Pixel. Und genau mit diesem veränderten Seitenverhältnis hat das Programm so seine Schwierigkeiten. Klappt man es auf, werden nicht alle Elemente an die neue Breite angepaßt. Das läßt sich aber verschmerzen. Schlimmer ist es schon beim Zuklappen, da vom Breitformat ins Hochformat gewechselt wird: Es verschwinden die Funktionsbeschriftungen für die Softkeys unter dem Display.

Fehler beim Aufklappen des E70
Fehler beim Zuklappen des E70

Die Belegung der Softkeys bleibt sowohl im geschlossenen als auch im aufgeklappten Zustand gleich. Dadurch muß man manchmal ein bischen überlegen, welcher Softkey jetzt welcher Funktion zugeordnet ist. Daran ist Nokia aber nicht ganz unschuldig, da im Gegensatz zu den Vorgängermodellen der 68xx-Reihe, der Ausschalter durch den Lichtsensor das einzige Bedienelement links (also oberhalb im zugeklappten Zustand) vom Display ist. Hier hilft nur eins: Sich überlegen, welcher Text bei zugeklapptem Handy über welchem Button ist.

Mehr Fehler sind mir in rund zwei Monaten nicht aufgefallen.

Verbesserungspotential

Viel gibt es nicht zu sagen, aber ein paar Detailveränderungen würden das Leben angenehmer machen. Das wären im Einzelnen:

  1. Das Wechseln zwischen verschiedenen Googlemail-Accounts ist extrem mühsam: Man muß Googles Mailprogramm immer erst beenden um es dann gleich neu zu starten. Der Grund dafür: Man kann nur beim Start Username und Paßwort eingeben. Hier wäre ein Profilmanagement extrem hilfreich.
  2. Beim Eingeben des Betreffs sollte auch “Betreff” im Kopf des Fensters stehen und nicht wie im Moment “Gmail”. (siehe obige Bilder)

Und das war es auch schon, was ich mir an Verbesserungen im Moment wünschen würde.

Fazit

Nach zwei Monaten Nutzungszeit von Googles Emailclient für Googlemail läßt sich feststellen: Das Programm ist schnell, angenehm zu bedienen und noch nie abgestürzt. Von den kleinen Fehler abgesehen, ist nur das Wechseln zwischen verwschiedenen Accounts ein wirklicher Schwachpunkt. Wer Googlemail regelmäßig benutzt, sollte unbedingt einen Blick drauf werfen.

 

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