Mit dem 31. Dezember 2006 hat das Internet einen Teil seiner Mobilität verloren: Es kann nicht mehr fliegen …
Bis zu diesem Tag konnte man auf ausgewählten Fluglinien einiger Fluggesellschaften im Internet surfen. Realisiert wurde der Zugang zum Internet im Flugzeug durch einen Service von Boeing mit dem Namen Connexion by Boeing.
Am 17. August 2006 gab Boeing bekannt, was schon länger vermutet wurde: Die Einstellung des Service zum 31.12.2006:
Am 17. August 2006 teilte die Boeing Company mit, dass das Unternehmen nach eingehender Analyse des Geschäftsbereichs Connexion by Boeing den Austritt aus dem Markt für High-Speed-Breitbandkommunikation beschlossen hat. In Zusammenarbeit mit den Kunden soll die systematische Einstellung des Connexion by Boeing-Service erleichtert werden. An Bord von Flügen mit Internetzugang können Passagiere den Service bis zu seiner Einstellung nutzen. Je nach Fluggesellschaft wird der Service ab sofort bzw. bis Ende des Jahres eingestellt.
So steht es auf der Homepage von Connexion by Boeing. Die Seite enthält neben dem Link zur originalen Unternehmensmitteilung von Boeing auch eine FAQ, die sagt warum man den Service einstellt:
Warum wird der Service eingestellt?
Obwohl der Service gut funktioniert und die Kunden damit sehr zufrieden sind, hat der weltweite Markt für diesen Service unsere Erwartungen nicht erfüllt. Daher hat das Unternehmen entschieden, die Fortführung des Service einzustellen.
Ebenfalls erfährt man, daß es im Moment keine Pläne gibt den Service weiter zu führen:
Wird der Service von einem anderen Unternehmen übernommen? Wird der Service von einem anderen Anbieter bereitgestellt?
Der Connexion by Boeing-Service wird eingestellt. Es bestehen derzeit keine Pläne für die Fortführung des Service durch einen anderen Anbieter.
Und somit blieb unter anderem auch Lufthansa, mit denen der Dienst 2004 öffentlich nutzbar wurde, nichts anderes übrig, als das Internet über den Wolken am Ende des Jahres 2006 auszuknipsen.
Technisch wurde die Verbindung ins Internet innerhalb des Flugzeuges per WLAN oder Ethernet realisiert. Das Flugzeug selbst war mit einer zusätzlichen Satellitenantenne ausgerüstet. Über die darüber laufende Satellitenverbindung gelangten die Daten zu einer Bodenstation auf der Erde und von dort weiter Richtung Internet.
Ein Gefühl für die Möglichkeiten bekommt man, wenn man bei flickr nach den Tags connexion und boeing sucht. Schön sind hier besonders die Sets “Connexion by Boeing” von Eric Rice und “Blogging the Stratosphere” von l0ckergn0me, aus denen auch die beiden Bilder in diesem Artikel stammen.
Spannend bleibt, in welche Richtung sich das “fliegende Internet” entwickeln wird. Welcher der Ansätze wird sich durchsetzen und wann? Hier lohnt sich mit Sicherheit ein regelmäßiger Blick auf die Webseiten der Fluggesellschaften, die bis jetzt Kunden von Connexion by Boeing waren und somit wohl das größte Interesse an einer Nachfolgelösung haben. Die Liste der ehemaligen Kunden findet sich unter anderem im deutschen Wikipedia-Beitrag, wobei ich persönlich den Beitrag in der englischen Wikipedia zu Connexion by Boeing bevorzuge, da er - wenn auch nur geringfügig - mehr Detailinformationen enthält.
