Noch vor ein paar Monaten fragte ich hier selbst nach einer Einladung für Googles Mailservice. Bis zu jenem Zeitpunkt brauchte ich keinen Google-Mail-Account und da ich kein Jäger und Sammler bin, war ich nicht an noch einer zusätzlichen EMail-Adresse interessiert. Schön war, daß ich damals nach nur 90 Minuten zwei Einladungen hatte.
Gleich bei der Anmeldung fiel mir auf, daß die Emailadresse auf @googlemail.com und nicht @gmail.com endet. Natürlich habe ich damals gleich ausprobiert, ob ich Emails sowohl unter @googlemail.com als auch unter @gmail.com erhalte - und das ging: Es ist egal welche Domain angehängt wird, die Email kommt in beiden Fällen an. Weiter habe ich mich damals dann nicht mehr mit dieser Tatsache beschäftigt, da mir nur wichtig war Tipparbeit zu sparen und die kurze Form zu wählen.
Gestern ergab sich dann so ganz nebenbei die Auflösung, warum es auch @googlemail.com gibt: Im Heise Newsticker gab es die Meldung “Erneut Abmahnungen für Gmail-Einladungen“. Zuerst dachte ich, daß Google jetzt gegen das Verkaufen von GMail-Einladungen vorgeht, was ich schon damals nicht verstanden habe. Aber der Fall verhält sich anders:
Nachdem im Streit um die Marke Gmail zwischen Daniel Giersch und Google Ruhe eingekehrt war, tauchen jetzt wieder Abmahnungen für bei eBay verkaufte Google-Mail-Einladungen auf. Mehrere eBay-Nutzer, die Google-Mail-Einladungen auch unter der Bezeichnung Gmail angeboten haben, erhielten Post von einer Hamburger Anwaltskanzlei. Der Schrieb weist die Empfänger darauf hin, dass Giersch Inhaber der DE-Marke 300 25 697 “G-mail…und die Post geht richtig ab.” ist.
Oho - daher weht der Wind: Markenrecht! Das erste Mal tauchte das Problem am 23.02.2005 im Heise Newsticker unter der Überschrift Abmahnungen für Gmail-Einladungen auf. Nicht mal einen Monat später (17.03.2005) gab es dann auch schon die erste einstweilige Verfügung vom Landgericht Hamburg mit dem folgenden Verbot:
im geschäftlichen Verkehr in der Bundesrepublik Deutschland unter dem Zeichen “Gmail”-Invitations [Zugangscodes] für die Einrichtung von
“Gmail”-e-mail-Accounts anzubieten, zu vertreiben und/oder in sonstiger Weise in den Verkehr zu bringen.
Und im Mai 2005 reagierte dann Google und benutzt seit dem 06.05.2005 für den deutschen Teil des Mailservices die Bezeichnung “Google Mail” mit der Domain googlemail.com als standardmäßiger Absenderdomain bei deutschen Benutzern.
Nachlese
So - da wußte ich also bis gestern nicht mal, daß es neben Googles GMail noch was anderes mit gleichem Klang gibt - aber man lernt ja nie aus. Dabei steht der Fakt selbst im Wikipedia-Beitrag zu GMail. Na vielleicht werfe ich ja in den nächsten Tagen auch mal einen Blick auf gmail.de …
Mittlerweile nutze ich Googles-Mailservice regelmäßig für bestimmte Dinge und möchte mich auch hier nochmal für die schnell erhaltenen Einladungen bedanken. Mit Sicherheit lag es aber auch daran, daß ich damals eine größere Reichweite in der deutschen Bloggerszene hatte, die ich durch meine Sommerpause verloren habe. Na vielleicht kann ich sie mir ja wieder erschreiben
Und um nochmal auf das Verkaufen zurück zu kommen: Ich verstehe wirklich nicht, daß das funktioniert. Ich meine im Sinne von: Das Leute das kaufen. Irgendwie krass. Zumal die Programmrichtlinien es eindeutig verbieten:
… ist der Nutzer nicht berechtigt: … Verkaufen, Weiterverkaufen, Handeln oder anderweitiges Nutzen von Google Mail-Konten für jegliche nicht genehmigte kommerzielle Zwecke …
Also irgendwie interessiert mich das jetzt aber doch.
Daher hier mal wieder das Zaubertool, mit dem man sehen kann, was da so in Sachen Verkauf bei Ebay läuft:

am 09.02.2007 um 12:01 Uhr:
[…] Vorbei die Zeiten, wo man nach Einladungen fragte oder fragen mußte, um einen Zugang zu Google Mail zu bekommen. Und damit endet dann wohl auch die Ära des Geldverdienens - auf welche Art auch immer - wenn es um Einladungen für Googlemail geht. Stell dir vor, Google Mail gibt ‘ne Party und alle sind eingeladen! […]
am 24.03.2007 um 11:41 Uhr:
[…] Was auffällt, ist die Tatsache das Google hier nicht so auf die Bezeichnung des eigenen Emaildienstes achtet, wie andernorts. An keiner Stelle habe ich auf dem Handy das Wort “Googlemail” gesehen. Es wird ausschließlich “Gmail” benutzt. […]