Wenn der Trackback abgestraft wird …

28.02.2006 10:17 Uhr | Kommentare: 15 | Kommentar hinterlassen

… mit "rel=nofollow" bin ich unter Umständen schon mal sauer!

Im Normalfall versuche ich bei Unstimmigkeiten erstmal den Kontakt per Email herzustellen. Das hat sich als gute Deeskalation bewärt. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte um den Counter von Blogscout. Auch wenn man inhaltlich nicht übereinstimmt, können sich trotzdem für beide Seiten daraus neue Erkenntnisse und Anregungen ergeben.

In diesem Fall mache ich es nicht, weil ich die leidige Diskussion um das Thema Backlinks in Trackbacks und NoFollow für Kommentare einfach satt habe!

Ja - ich bin wütend! Ich habe mich am 27.12.2005 bei meinen Kommentar-Autoren entschuldigt, daß ich vergessen habe nofollow rauszunehmen. Und so arbeite ich seit jenem 27.12.2005 ohne nofollow. Natürlich schaue ich mir die Kommentare und Trackbacks an - SpamKarma hilft ja schließlich nicht gegen alles (kann es ja auch nicht) - leider. Na klar - was Werbung ist oder keinen Backlink hat - fliegt raus - und Ende! Aber wer durchkommt, der soll auch seinen richtigen Link bekommen.

Und dann gibt es Blogs - die moderieren ihre Kommentare komplett mit der Hand. Da kann also nicht mal was für einen begrenzten Zeitraum durchflutschen - weder als Trackback noch als Kommentar. Und das Dankeschön ist: rel=noffolow! Den bekommst Du so gar noch dafür, daß Du ihnen sagst, daß sich eine URL in ihrem Beitrag in der Zwischenzeit geändert hat!

Tut mir Leid - aber dafür habe ich dann kein Verständnis mehr!

Persönlich betrachte ich die hier von dem Blog hinterlassenen Kommentare jetzt eigentlich genau so als Spam wie Trackbacks ohne Backlinks - sie sind keine wirkliche Kommunikation zwischen Blogs.

Nein - jetzt keine Kommentare der Art: “Dann schmeiß doch die Kommentare des Blogs bei dem Dir das passiert ist raus oder drück ihnen auch ein ‘nofollow’ rein …”. Ich werde weder das Eine noch das Andere tun - die Kommentare bleiben wie sie sind [und werden nicht näher genannt!].

Aber wie nun weiter?

Es gibt mehrere Probleme:

Wie soll man mit vias umgehen, wenn die “nofollow-Blogs” - die ja u.U. die Ideengeber waren - einen mit rel="nofollow" abstrafen. Das via weglassen geht nicht - also dann keinen Trackback zu ihnen schicken? Mir ist kein Link lieber als einer mit nofollow. Wie ich Trackbacks im Normalfall handhabe, kann man bei hirnrinde nachlesen, wo es Ende Januar schon mal um das Thema Trackbacks ging.

Was mit den hinterlassenen Links in den Kommentaren im eigenen Blog machen?

Da augenscheinlich die Fraktion der ‘rel="nofollow"-Anhänger’ weiterhin auf dem Standpunkt steht, etwas gegen den Spam zu unternehmen - wird es keine baldige Lösung geben. Das ein pauschales “rel="nofollow" Kommunikation eher zerstört als fördert, sollte meine obige Schilderung wohl mehr als genug erklären: Warum soll ich jemand sagen, daß etwas nicht mehr stimmt, wenn ich dafür virtuelle Prügel bekomme?

Vielleicht hat der eine oder die andere ja eine Idee, wie man mit ‘rel="nofollow"-Blogs’ in Zukunft sinnvoll(!) kommunizieren kann - mir fällt im Moment nichts wirklich Brauchbares ein.

Und wütend bin ich auch immer noch! :(

15 Kommentare zu “Wenn der Trackback abgestraft wird …”

  • #1

    Den Ärger kann ich verstehen - aber die Diskussion hatten wir ja schon bei mir im Blog. Ein ähnlich reizvoller Punkt ist die Verlinkung per Redirect (zum Erfassen von Klicks). Google und Konsorten scheinen damit zwar ganz gut klarzukommen, dafür aber - meines Erachtens - Technorati überhaupt nicht :(

  • #2

    Als “keine wirkliche Kommunikation” würde ich nofollow-Links jetzt nicht bezeichnen. Man sollte nicht vergessen, dass es auch ein Internet ohne Google gibt. :) Richtig streng genommen ist ein Standard-nofollow in Kommentaren vielleicht garnicht so unpassend. Schließlich stellt ein “echter” Link eine Empfehlung dar, die eigentlich bewusst vom Seiten-Autor gesetzt sein sollte. Bei Kommentar-Links trifft das so ja nicht wirklich zu.

    Abgesehen davon finde ich nofollow-freie Links einfach eine nette Geste und ein kleines Dankeschön für den erbrachten Beitrag, daher gibt es bei mir auch kein nofollow.

  • #3

    @Thomas
    … kann Deinen Ärger auch bestens nachvollziehen - ich habe für mich beschlossen in Blogs, die Nofollow einsetzen, einfach überhaupt nicht mehr zu kommentieren.
    Wenn das viele umsetzen würden, spaltet sich die Blogosphare entweder in zwei Parteien, oder aber die “Nofollow-Dusselköppe” verstehen endlich, daß sie mit Nofollow nicht nur den verlinkten Seiten, sondern auch sich selbst schaden und ne Spam-Bekämpfung anders aussieht …

    Da ich aufgrund des bisher überschaubaren Kommentar-Aufkommens alle Kommentare manuell bearbeite, bin ich in letzter Zeit dazu übergegangen, die Backlinks auf Nofollow-Kandidaten in Kommentaren einfach rauszuschmeissen (da ich auch kein flächendeckendes Nofollow dafür einsetzen möchte - soll auch negative Effekte auf den eigenen Blog haben), bzw. die URL im Artikel einfach nicht verlinkt darzustellen, um das “via” zu erhalten. Wer sich dann dafür interessiert, kann sich die URL ja in den Browser kopieren.
    Keine wirklich ideale Lösung, aber zumindest eine Möglichkeit um den eigenen Gerechtigkeitssinn umzusetzen und sich nicht mehr ärgern zu müssen … ;-)

  • #4

    @Flo
    … gerade zeitgleich mit Dir geschrieben …;-) Nur so zum ebenfalls Bedenken: es gibt zwar ein Internet ohne Google, aber Google hat schließlich andererseits das völlig sinnfreie und als Spam-Bekämpfung ineffektive Nofollw eingeführt!

  • #5

    So - nu komme ich auch mal zum Antworten ;)
    @Stefan: Ich brauchte ‘ne Weile um zu verstehen was Du mit den Redirects meintest. Also ich benutze ja auch ‘n Klicktracker für die ausgehenden Links - aber der User merkt es nicht. Wenn Bedarf besteht kann ich ja mal was dazu schreiben. (Obwohl ich noch genug in der Wartescheleife habe :) )

    @Flo: Wieso trifft das bei Kommentarlinks nicht zu? Wenn ich sie durchlasse - dann hatte der Kommentierende in der Regel auch was zu sagen. Und wenn es mal nur nebensächlicher Quark war, dann sterbe ich auch nicht durch diese eine Linkspende. Falls doch kann ich ja dem einen immer noch ein nofollow verpassen. Aber grundsätzlich einsetzen?! Nee!!! Und nur Google hat es doch “erfunden” - Warum sollte ich es dann einsetzen? Die anderen SuMa’s interessieren sich doch eh nur bedingt dafür. Als ich mit Bloggen anfing - mit B2Evolution - wurde ich von einer massiven Spamwelle heimgesucht. Damals veröffentlichte B2Evolution noch die Stats automatisch. Da habe ich wirklich gedacht, daß rel="nofollow" was bringt. Aber das hat sich schnell als Irrtum rausgestellt. Die Massivspamer interessiert es überhaupt nicht - wie bei Emails: Die übrigbleibende Trefferquote scheint zu reichen.

    @Frank: Genau diese Spaltung will ich nicht. Das wäre ja nach dem Motto: Guter Blog / Böser Blog. Wenn Leute keine Kommentare haben wollen, dann sollen sie die Kommentare abschalten (auch Kommentieren kostet Zeit). Oder sie sollen das URL-Feld aus dem Kommentarbereich entfernen und aus den Kommentaren Links vor dem Anzeigen “rausstrippen“. Aber wahrscheinlich sind sie dazu nicht in der Lage und mit “nofollow” ist es ja auch viel einfacher :( . Es gibt viele kreative Lösungen - falls jemand wirklich ein Problem damit hat.
    Nebenbei ist mir aufgefallen, daß hauptsächlich kleine Blogs mit wenigen Kommentaren meinen nicht auf “nofollow” verzichten zu können. Aber gerade das ist das für mich paradoxe daran: Wenn ich alles mit der Hand moderiere - dann entscheide ich doch wirklich zu jedem Zeitpunkt über alles. Und wenn ich dann was durchlasse - warum dann noch “nofollow”? Würde mich wirklich interessieren welche Beweggründe dann noch dafür sprechen. Vielleicht trefft ihr ja unterwegs einen “NoFollower” - schickt ihn mal hier vorbei, daß er uns über seine Gründe aufklärt. Er bekommt für seine Mühe dann auch einen richtigen Link ;)
    Vielleicht sollte man sich auch mal wirklich hinsetzen, kreativ sein und den “Nofollow”-Anwendern mal aufschreiben, was sie noch zu machen könnten - wie z.B. das schon erwähnte Ausblenden des URL-Feldes. Das wäre doch mal echt ‘ne Aufgabe, oder?!

  • #6

    Thomas, ich glaube, ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt.

    Was ich meine: Google wertet einen Link als Empfehlung für den Inhalt, der sich dahinter verbirgt. Wenn ich jetzt einen supertollen Kommentar bei Dir hinterlasse, meine Homepage aber nur aus einem Baustellenschild besteht, dann sagt Deine Seite im Prinzip “Die Baustellen-Seite ist toll, bitte beachtet sie”. Und das stimmt ja so nun nicht (unbedingt), auch wenn der eigentliche Kommentar noch so toll ist. Daher wird die “Link-Demokratie” ein wenig verzerrt.

    Dennoch bin ich wie gesagt auch kein Freund von nofollow. Wer sich die Mühe macht, bei mir zu kommentieren, den belohne ich auch gerne mit einem Link, auch wenn es der reinen Link-Empfehlungs-Philosophie wiederspricht. Auch Deinem Argument, dass man eigentlich nicht in der Pflicht steht, Google mit seinen Bewertungsproblemen zu helfen, will ich garnicht widersprechen.

  • #7

    Danke Flo, daß Du es nochmal beschrieben hast. Ich denke es wird eine neverending story sein. Das Beispiel mit dem Baustellenschild ist wirklich treffend gewählt. Da würde ich dann den Link rausnehmen und den Betreiber darüber informieren. Und wenn er dann seine Baustelle beräumt hat, würde ich ihm auch seinen Link geben (wenn er mich darüber informiert hat). Ich weiß - ist viel Arbeit - aber im Endeffekt lohnend für alle. ;)

  • #8

    @Thomas
    mmmhh - ich glaube leider schon, daß es beinahe “zwangsläufig” auf ne Guter Blog / Böser Blog Geschichte in dieser Hinsicht rausläuft - die neverending story - spätestens wenn Blogging bei uns derart verbreitet ist wie bei den Amis.
    Dann wird ein Großteil der Nutzer gar nicht wissen was Nofollow denn überhaupt sein soll (geschweige denn, wie man das URL-Feld ausblendet oder was das ist - vergleichbar mit dem leidigen Kunden-Dauerthema: “ja wo ist denn die Adresszeile in meinem Browser” ;-) ) - da helfen auch sicher keine Aufklärungskampagnen. Die gibts für Google & “automatische Suchmaschinenanmeldung” ja auch seit Jahren reichlich ohne spürbaren Lern-Effekt … ;-)

    Wie Du sagst, haben viele Newbies mit wenigen Kommentaren (einfach aus Unkenntnis) das Nofollow drin - andrererseits kenne ich auch viele große und stark frequentierte Blogs, in denen ich thematisch schon mal kommentieren würde, es mir jedoch “verkneife”, um Nofollow zu boykottieren.
    Und die Großen haben es meines Erachtens sehr bewusst drin, obwohl sie bereits die Erfahrung gemacht haben dürften, daß es zur Spam-Bekämpfung absolut ineffektiv + sinnlos ist … Daher ist und bleibt das für mich dann einfach bis auf Weiteres ein “böser Blog”, in dem ich zumindest nicht kommentieren werde, um dafür mit einem “dieser Link ist evtl. ein Spam Backlink auf einen Spam-Blog” belohnt zu werden …

    Da Google hinsichtlich Nofollow kaum “bekehrbar” sein dürfte, wäre vielleicht ein Weg zu versuchen z.B. möglichst viele Wordpress-User dazu zu motivieren, direkt ne Mail an Matt zu schreiben, und ihn zu bitten, in den zukünftigen Versionen Nofollow als Standard wieder abzuschaffen, da es die Blogosphere in zwei Lager spaltet, ohne die Ursache des Spam bekämpfen zu können … ;-)

    Wenn ich die Webkatalog-Neuanmeldungen bei mir in letzter Zeit so anschaue, befürchte ich, daß das Thema Splogs das Nofollow Thema demnächst sowieso in den Hintergrund drängen wird, da es bereits jetzt zur Mode zu mutieren scheint, zig gratis Blog-Accounts oder auch “richtige” Domains, mit je 5 bis 10 Artikeln pro Blog, als eigenes thematisches Backlink-Netzwerk aufzubauen … Mal ganz zu schweigen von den “SEO Künstlern”, die teilweise bereits heute dutzende Blogs betreiben, in denen größtenteils eigentlich nix oder immer immer wieder das Gleiche neu durchgemischt drinsteht …

    Sobald das auch hier im hinterherhinkenden Blog-Deutschland richtig verbreitet ist, macht das Nofollow vielleicht sogar ein bißchen Sinn, da die wenigsten Blog-Newbies Trackback- oder Kommentar-Spam halbwegs “gut” gemachter Splogs erkennen werden …

    Naja, wie Du schon sagst, wahrscheinlich ne neverending story - muss im Einzelfall jeder für sich selbst entscheiden, bla, bla, Rhababer - scheenen Tach auch …

  • #9

    @Frank: Ich glaube das das mit den Mails an Mutt auch nichts ändern wird - ich vermute eher, daß er antworten wird: Wer es nicht will benutze ein PlugIn. Und damit hätte er eigentlich recht - ich würde warscheinlich genau so reagieren.
    Das mit den Newbies sehe ich auch als Problem für die Zukunft am Himmel aufziehen …
    Die Gratis-Blogs etc. sehe ich nicht unbedingt als Problem an, da es auch früher möglich war solche eigenen Netzwerke aufzubauen als es noch keine Blogs gab. Aber wer damit glaubt dauerhaft Traffic zu binden liegt falsch - dafür reicht der Inhalt nur in den wenigsten Fällen. Leute gehen nach Inhalt - und wenn ich fünf mal inhaltlich das selbe Lese - auf verschiedenen Seiten - dann höre ich auf.Eher sehe ich auch hier wie Du das Problem, daß die Newbies zu faul sind sich ein bißchen mit den Hintergründen zu beschäftigen was ein Trackback etc. überhaupt ist. Und das zu faul meine ich in dem Sinne wirklich ernst. Es geht ja schon los wenn man jemand die Gefahren von Hotlinking nahe bringen will …

    Cooler Schluß übrigens - machte den Kommentar von Dir so richtig lebendig. Ich mußte gleich an mehrere Leute aus meinem Bekanntenkreis denken ;)

  • #10

    Naja meine Meinung zu nofollow ist ja bekannt, deshalb habe ich auch mal für die “No nofollow Fraktion” ein kleines Verzeichnis unter www.no-nofollow.de gemacht, das siesht du schonmal ein teil der Blogger die das wie du sehen. Auch hab ich ja schonmal berichtet das nofollow durchaus auch Schaden kann, also denen die es verwenden, vielleicht in diesem Zusammenhang mal ganz interessant.

  • #11

    @Mario: Das ist ja cool das Du kommentierst - ich hatte schon befürchtet, daß Du Dich jetzt ganz aus der Bloggerszene zurück ziehst.
    Jetzt wo Du es erwähnst weiß ich, was ich in meiner Wut vergessen habe: Die Erwähnung von No-Follow.de. Danke!

  • #12

    Ne ne, nur mal ne kleine Pause einlegen, meine Stammblogs klapper ich natürlich nach wie vor ab ;-) Naja und ab und an werd ich auch sicher mal wieder selber in die Tasten hauen, halt ich eh nicht lange durch ohne :-)

  • #13

    Meiner Meinung nach sind NoFollow-freie Blogs einfach ein Zeichen gegenüber dem Kommentator. Selbst wenn der einen Link setzt, der Eindeutig seiner Promotion dient, aber der Beitrag auch sinnvoll ist, lasse ich den Link gerne stehen. Wer macht denn schon etwas Selbstloses. Man möchte ja schließlich auch besser gefunden werden. Da sind Backlinks nunmal Gold wert.

  • #14

    … und so lange, wie nicht in jedem Kommentar als Homepage ein immer anderer Deeplink zur selben Präsenz angegeben wird. Davon gab es nämlich in den letzten Tagen ein paar - und die sind nun weg :)

  • #15

    […] Meine Meinung zu dem Thema habe ich im letzten Jahr schon durch die beiden Artikel “Entschuldigt - ich habe rel=”nofollow” erst jetzt rausgenommen” und “Wenn der Trackback abgestraft wird …” klar zum Ausdruck gebracht. Das Thema wurde jetzt von Goatix wieder aufgenommen und super dargestellt. Und wie falsch ich mit der Annahme lag, daß es sich mit “rel=nofollow” erledigt hat, zeigt die aktuelle Analyse bei Blogging Tom. […]

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