Das es sich bei den Wörtern des Jahres nicht nur um einzelne Wörter sondern auch um Ausdrücke handelt, wurde spätestens beim “Wir sind Papst” wieder ins Bewußtsein gerufen. Das es sich aber um verbale Leitfosilien handelt, ist mir neu. Das dem so ist, erfährt man direkt bei der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) auf der Seite der zu den Wörtern und Unwörtern der einzelnen Jahre.
Nachdem die Wörter des Jahres 2005 mit 1. Bundeskanzlerin, 2. Wir sind Papst, 3. Tsunami, 4. Heuschrecken, 5. Gammelfleisch, 6. Jamaika-Koalition, 7. hoyzern, 8. suboptimal, 9. Telenovela, 10. FC Deutschland 06 feststehen (s. dazu Pressemitteilung der GfdS zum Wort des Jahres 2005), lohnt ein Blick auf die Geschichte vom Wort des Jahres: Zum ersten Mal wurde es 1972 veröffentlicht. Seit 1978 wird es regelmäßig vom Sprachdienst der GfdS publiziert. Die Auswahl der Spitzenwörter erfolgt jeweils im Dezember durch eine Fachjury, die ihre Ergebnisse der Presse vorstellt. Die Jury für das Wort des Tages besteht aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft für deutsche Sprache, dem Autor/der Autorin des “Sprachdienst”-Aufsatzes und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern der GfdS.
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat eine Aufstellung aller verbalen Leitfosilien (Wort des Jahres) von 1971 bis heute. Die Aufstellung der Unwörter des Jahres hingegen beginnt erst im Jahr 1991. Allerdings werden die Unwörter des Jahres auch nicht von der GfdS gewählt, sondern von der Aktion “Unwort des Jahres”. Unter unwortdesjahres.org findet man nicht nur etwas zur Satzung und wer Jurymitglied ist, sondern kann auch selbst Vorschläge zum “Unwort des Jahres” machen.
Übrigens war die verbale Leifossilie dieses Jahr in den USA laut Webmasterblog Podcast.
